Kabinettsbeschluss: Abregelung zum Nulltarif nur bis 18 Prozent des Jahresertrags – EEG 2027 und Netzpaket verabschiedet
Das Bundeskabinett hat unmittelbar vor der Sitzungspause die Entwürfe für das EEG 2027 und das Netzanschlusspaket beschlossen. Gegenüber den Ministeriumsentwürfen wurden laut Erneuerbare Energien einige Härten abgemildert – unter anderem gilt die entschädigungsfreie Abregelung nun nur noch bis zu 18 Prozent des Jahresertrags. Für Betreiber und Asset Manager ist diese Schwelle ein zentraler Planungsparameter, da sie die wirtschaftliche Belastung durch Redispatch-Eingriffe direkt begrenzt. Die parlamentarische Beratung steht noch aus.
Lesen unter Erneuerbare EnergienBWE warnt: EEG-Novelle und Netzpaket gefährden Windenergie-Ausbau und verfehlen Koalitionsvertrag
Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat laut Windmesse umfassende Stellungnahmen zu den Entwürfen vorgelegt und übt deutliche Kritik: Die geplanten Regelungen gefährdeten den weiteren Windenergie-Ausbau erheblich und verletzten zentrale Zusagen des Koalitionsvertrags. Ähnlich positioniert sich der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den Investitionsbedingungen sieht. Für Projektentwickler und Fremdkapitalgeber sind die Signale relevant, da Unsicherheit über Redispatch-Vorbehalt, Netzanschluss und CfD-Ausgestaltung die Bankability neuer Projekte beeinflussen kann.
Lesen unter WindmesseOnshore-Windzubau 1. Halbjahr 2026: 2.363 MW brutto – Branche mahnt investitionssichere Rahmenbedingungen an
Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut BWE, VDMA und Fachagentur Wind und Solar insgesamt 2.363 MW Onshore-Windleistung brutto zugebaut. Die Verbände betonen, dass der bestehende Zubaurückstand mit verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen sowie Verbesserungen bei Netzanschlüssen und Transportprozessen aufgeholt werden könnte. Asset Manager sollten den Hinweis auf weiterhin bestehende Netzanschluss- und Transportengpässe als operatives Risikosignal bewerten. Die Veröffentlichung fällt zeitlich mit dem Kabinettsbeschluss zum EEG 2027 zusammen.
Lesen unter WindmesseOffshore-Wind in Deutschland überschreitet 10 GW – Branche fordert indexierte CfDs noch im Sommer 2026
Die installierte Offshore-Windleistung in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 mit einem Zubau von 1.077 MW die Marke von zehn Gigawatt überschritten, wie Windmesse berichtet. Die Branche fordert gleichzeitig eine Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) mit zweiseitigen, indexierten Contracts for Difference (CfDs) noch im Sommer 2026, um Investitionssicherheit zu gewährleisten. Für Versicherer und Projektfinanzierer ist die wachsende installierte Basis relevant; die politische Forderung nach indexierten CfDs signalisiert anhaltende Unsicherheit über die Erlösabsicherung bestehender und geplanter Projekte.
Lesen unter WindmesseBundesnetzagentur veröffentlicht Deutschlandkarte zur Versorgungsqualität der Verteilernetzbetreiber
Die Bundesnetzagentur hat eine Deutschlandkarte zur Versorgungsqualität der Verteilernetzbetreiber veröffentlicht, die laut Windmesse auch Angaben zu Digitalisierungsgrad, Netzanschlüssen und Qualitätsregulierung enthält. Das Instrument ist für Asset Manager und Betreiber relevant, da es räumlich differenzierte Hinweise auf Netzqualität und potenzielle Engpässe bei Netzanschlüssen liefert. Die Veröffentlichung erfolgt im Kontext der laufenden Debatte um das Netzanschlusspaket und die Qualitätsregulierung der Verteilernetze.
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