Mit zunehmender Größe und Komplexität von Windenergieanlagen wächst die Lücke zwischen traditionellem Risikomanagement und der operativen Realität immer weiter. In unserer vierten Podcast-Episode sprechen wir mit Oliver Kayser, Head of Asset Management bei SAB WindTeam, darüber, wie ein vorausschauender Betreiber als Erster Turbit Blue erfolgreich eingeführt hat – unsere KI-Versicherungslösung, die in Partnerschaft mit HDI Global entwickelt wurde.

SAB WindTeam: Ein anderer Ansatz in der Windenergie

SAB WindTeam hebt sich durch ihre „Develop-and-Hold"-Philosophie ab. Anders als viele Projektentwickler, die Windparks zum Verkauf errichten, baut SAB WindTeam Windparks mit dem Ziel, sie über ihre gesamte Lebensdauer von 20+ Jahren in Deutschland und Frankreich selbst zu betreiben.

„Wir entwickeln Windparks nicht, um sie später zu verkaufen, sondern wollen sie wirklich auf eigene Rechnung betreiben", erklärt Oliver. Dieser langfristige Eigentumsansatz schafft starke Anreize, innovative Technologien einzuführen, während ihre umfassenden internen Kapazitäten die organisatorische Grundlage bildeten, um fortschrittliche Risikomanagementlösungen zu erschließen.

Aus seiner 20-jährigen Laufbahn in der Energiebranche heraus beobachtete Oliver, wie die operative Komplexität zunahm. Als traditionelle Ansätze an ihre Grenzen stießen, wurde die Herausforderung deutlich: „Was passiert, wenn diese Geschäftsmodelle in fünf Jahren nicht mehr so gut funktionieren wie früher? Automatisierung, Prozesse und Software – das ist der einzige Weg."

KI als Bereicherung des Arbeitsalltags

SAB WindTeams erfolgreiche KI-Implementierung gelang durch die Positionierung der Technologie als Bereicherung des Arbeitsalltags statt als Ersatz von Arbeitsplätzen. „Wir legen den Schwerpunkt darauf: Das ist eine Bereicherung des Arbeitsalltags. Nutzt das als Chance. Wir können das Verhalten von Turbinen kennenlernen. Wir können KI als solche verstehen", berichtet Oliver.

Der Wandel war spürbar. Statt routinemäßiger manueller Datenprüfungen und Routinetätigkeiten konnte sich das Betriebsteam auf Ereignisse konzentrieren, die ihr Fachwissen erforderten. Die KI identifizierte bedeutende Probleme, die Aufmerksamkeit erforderten, während die menschlichen Betreiber das wesentliche Kontextwissen einbrachten, auf das die KI allein keinen Zugriff hatte.

Als Turbit SAB WindTeam für die Pilotierung einer KI-Versicherung ansprach, beschreibt Oliver dies als „ein perfektes Gelegenheitsfenster". Nach intensiver Zusammenarbeit mit „vielen Meetings und Präsentationen, um alle ins Boot zu holen", entstand die Lösung Turbit Blue.

Turbit Blue — Transparenz schafft Mehrwert

Die Innovation hinter Turbit Blue liegt in der nahtlosen Integration von KI-Monitoring und Versicherungsschutz. Wenn die KI von Turbit aufkommende Probleme erkennt, werden Wartungsmaßnahmen und deren Ergebnisse systematisch an die Versicherer kommuniziert – und schaffen so eine noch nie dagewesene Transparenz über Risikominderungsmaßnahmen.

„Ohne KI hätten wir bestimmte Dinge wie den Pitch-Winkel nicht bemerkt", merkt Oliver an und unterstreicht damit, wie das Monitoring Probleme aufdeckt, die andernfalls bis zu einem Großschaden verborgen geblieben wären.

Diese Transparenz ermöglicht es Versicherern, wettbewerbsfähigere Konditionen anzubieten, da sie die tatsächliche Risikoreduktion durch vorausschauende Wartung quantifizieren können. SAB WindTeam behielt für Bankzwecke identische Risikoprofile bei, während das Risiko von OEMs verlagert wurde, die zunehmend „dieses Risiko nicht mehr übernehmen wollen".

Traditionelle FSAs setzen Betreiber zunehmend Risiken aus, da OEMs ihre Haftung einschränken. Turbit Blue schließt diese Lücken mit „deutlich besseren Konditionen" als herkömmliche Versicherungen und mit minimalen Auswirkungen auf bestehende Beziehungen. „Alles bleibt gleich" für die Anforderungen der Banken, während gleichzeitig ein verbesserter Schutz vor modernen Risikoexpositionen geboten wird.

Universelle Wertschöpfung

Was Turbit Blue so überzeugend macht, ist seine universelle Wertschöpfung:

Für Betreiber: Mehr Transparenz, geringeres Risiko von Totalausfällen und Abdeckung von Haftungslücken

Für Hersteller: Die Möglichkeit, Probleme zu beheben, bevor es zu größeren Garantieansprüchen kommt

Für Versicherer: Geringere Schadenshäufigkeit und bessere Risikobeurteilungsmöglichkeiten

Für die Branche: Stabilere Wirtschaftlichkeit zur Unterstützung des Wachstums erneuerbarer Energien

Olivers Vision reicht bis zu branchenweiten Implikationen. „Was wir erhalten müssen, ist die Vielfalt der Akteure, die diese Branche so lebendig und so interessant macht", betont er. Ohne innovative Lösungen wie KI-Versicherungen riskiert die Branche eine Konsolidierung hin zu Großkonzernen auf Kosten kleinerer Betreiber, Kommunen und lokaler Gemeinschaften.

Der Weg nach vorn

SAB WindTeams wegweisende Erfahrung zeigt, wie die Kombination aus modernster KI-Technologie und praxisorientiertem Betriebswissen messbaren Geschäftswert schafft. Ihre Implementierung bietet einen Fahrplan zur Modernisierung des Risikomanagements: KI als Bereicherung des Arbeitsalltags positionieren, auf Workflow-Optimierung setzen und Transparenz gegenüber Versicherern nutzen, um Win-win-Beziehungen zu schaffen.

Da Windenergieanlagen weiter an Komplexität zunehmen, werden Lösungen, die sowohl Risikoreduktion als auch operative Transparenz bieten, unverzichtbar für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Windenergie. SAB WindTeams bahnbrechende KI-Versicherungsimplementierung beweist, dass vorausschauende Betreiber ein überlegenes Risikomanagement erreichen und gleichzeitig die übergeordnete Mission der erneuerbaren Energien vorantreiben können.

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